Immer wieder Montags: Ein Drittel schon ‘rum

7 septJedes Jahr Anfang November schaue ich verwundert auf den Spielplan und stelle fest, dass ja schon über ein Drittel der Saison hinter uns liegt. Nach zwölf oder dreizehn Spieltagen kann man schon Mal den Kopf herausstrecken und schauen, wie sich die Mannschaften in der Tabelle einsortiert haben. Natürlich liegt unser Fokus dabei auf den FSV Frankfurt.

Platz Neun – gesichertes Mittelfeld

Man muss es Trainer Oral und seinem Stab zuschreiben, dass die Bornheimer in einer konditionell guten Verfassung sind. Oft spielt die Mannschaft bis zum Schluss mit, dreht in den letzten Minuten noch Niederlagen in Punktgewinne (Berlin, Nürnberg, Bochum, Paderborn) und wirkte auch von der Verlängerung gegen Hertha BSC körperlich nur wenig beeindruckt. Es sind diese 8 Punkte, die den Unterschied zwischen Platz 9 und 16 ausmachen.

Aus Katastrophen gelernt

0:4 zuhause gegen Heidenheim war sicherlich eines der schlimmsten Spiele, die wir in den letzten Jahren am Hang sehen mussten. Der darauffolgende Fanabend brachte für mich zumindest die passende Versöhnung. Seitdem stimmt die Moral am Hang wieder deutlich mehr.

Sicherer stehen…

Es ist jedem Klar, dass wir mit Torwart Weis den Glücksgriff auf der Position des Torwartes getätigt haben. Doch auch die Viererkette davor steht durchaus sicherer in den letzten Wochen. Huber ist auf der rechten Seite ein Führungsspieler, Ballas und Gugganig spielen angenehm wenige Patzer, und auch Haji Safi, dem man sicherlich eine Eingewöhnungsphase am Hang zusprechen muss, hat Alexander Bittroff vergessen gemacht. Joan Oumari, sonst immer für den entscheidenden Fehlpass zu haben, spielte gegen Hertha BSC einen guten Ball und kann damit rechnen gegen Sandhausen nach abgesessener Rotsperre wieder spielen zu können.

Das Duo Konrad und Perdedaj funktioniert auch von Spieltag zu Spieltag besser. Mir gefällt es, wenn Konrad und Kruska zusammen spielen. Zu Beginn schien Kruska ja unter dem neuen Trainer aussortiert, doch seitdem er wieder spielt gefällt es mir im Mittelfeld deutlich besser. Das Spiel wirkt weniger überhastet, der ehemalige Dortmunder hat einen deutlich besseren Überblick über das Spiel. Das einzige Problem, dass ich dort sehe, ist die Frage, wie man Besar Halimi einbauen kann…

…schneller nach Vorne

Spielte man zu Beginn der Saison noch mit Edmond Kapllani, so wurden nun einige spiele mit Schahin als Stürmer gespielt, nun jedoch wieder mit Dedic. Es ist auch nicht verwunderlich, dass mit den verschiedenen Mittelstürmern verschiedene Offensivtaktiken einhergehen.
Spielt der FSV mit Schahin, so wird dieser meist hoch angespielt und verteilt die Bälle. Bei Kapllani verhält es sich ähnlich. Dedic hingegen ist der deutlich schnellere Stürmer, der aber nicht so kopfballstark und physisch präsent ist wie seine beiden Kollegen.
Das Problem bei Schahin und Kapllani ist, dass das Spiel für den Gegner deutlich leichter auszurechnen ist. Dedic mit den Flügelleuten Barry und Pires hingegen kann eine langsamere Innenverteidigung schon schwindelig spielen.

Ball oder nicht Ball? Das ist hier die Frage!

Und so kommen wir zurück zu Halimi, einem technisch wunderbar ausgestatteten Spieler, der zudem noch schnell ist und Standards treten kann. Am Anfang gesetzt, kommt er nun häufiger von der Bank. Der Einsatz von Halimi steht und fällt mit der Frage: Will ich den Ball haben, das Spiel selber aufziehen, oder will ich ihm eher den Gegner lassen, um ihn dann zu überrumpeln? Wenn ich jemanden brauche, der das Spiel mit Ballbesitz gestaltet, so spiele ich mit Halimi. Brauchen Konrad und Perdedaj jedoch mehr Unterstützung, so ziehe ich Kruska vor.

Warnender Ausblick

Natürlich befindet sich der FSV Frankfurt nun in einer guten Position, um weiter Punkte zu sammeln und vielleicht schon am kommenden Freitag bereits die 20 Punkte Marke zu knacken. Ich würde mich freuen wenn es so wäre. Allerdings muss man auch sagen: Wir hatten bisher Glück mit den Verletzungen und das es noch genug Deppen gibt, die durch unkonzentriertes Spiel Punkte gegen uns abschenken oder trotz guter, ja sogar besserer Qualität im Kader hinter uns in der Tabelle stehen. Letzte Saison, drei Spiele nach der Winterpause, war Bornheim eigentlich schon nicht mehr absteigbar, gewann dann aber 13 Spiele in Folge nicht. Ich beschwöre es nicht herauf, ich sage nur, dass es im Moment einfach gut läuft. Lasst uns weiter daran arbeiten, dass es so weiter geht.

So spielte der FSV in Paderborn (1:1):
Weis – Huber (46. Halimi), Gugganig (64. Golley), Ballas, Haji Safi – Perdedaj, Konrad, Kruska – Barry, Dedic (64. Kapllani), Pires


In “Immer wieder Montags” schreibt Jörg – wenn er denn Zeit hat – kurz und bündig über ein bestimmtes Thema.

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